Knast-Marathon Darmstadt am 05.05.2019

Wieder auf freiem Fuß.

Ein Beitrag von Sandra Sch.

Von einer guten Lauffreundin wurde mir die Teilnahme am Knastmarathon Darmstadt wärmstens empfohlen.

Im Rundendrehen hatte ich ja dank Senftenberg schon meine Erfahrungen gesammelt und auch ich wollte gern einmal die besondere Atmosphäre erleben.

Also meldete ich mich einige Wochen vorher an. Es waren noch ausreichend Plätze vorhanden und das Startgeld in Höhe von 35 Euro war mehr als angemessen.

Am 4. Mai machte ich mich also mit dem Zug auf den Weg nach Darmstadt, schlief in der Nähe der JVA und stand am 5. Mai pünktlich um 8.30 Uhr mit vielen anderen Läufern vor der großen Tür der JVA Darmstadt.

Das Einlassprozedere war schon eine Nummer für sich. Wir wurden in Gruppen von ungefähr 10 Mann eingelassen und gaben gleich hinter der ersten Tür unsere Ausweise und Smartphones ab.

Ich empfing ein Bändchen, das mich als Teilnehmer auswies. Wir wurden ausdrücklich darauf hingewiesen, dass wir dieses Bändchen bloß nicht abmachen oder weitergeben sollten. Sozusagen unsere Rückversicherung nach draußen. Danach ging es weiter mit einer ersten Gepäckkontrolle, ähnlich der am Flughafen.

Hinter der nächsten Tür war ein Stuhlkreis aufgebaut. Wir Läufer stellten unser Gepäck in einer Reihe ab, nahmen Platz, legten die Handflächen auf die Oberschenkel und kurze Zeit später führte ein JVA-Bediensteter den Spürhund in den Raum hinein. Dieser schnüffelte an jedem einzelnen Läufer und zum Schluss wurde er noch zum abgestellten Gepäck geführt. Auch wenn ich sicher war, dass ich keinerlei Drogen genommen oder eingeführt hatte, war ich trotzdem ein bisschen nervös. Man weiß ja nie. 🙂

Allein für diese etwas andere Einlasskontrolle hat sich die Teilnahme schon gelohnt. Danach hatten wir es endgültig geschafft und wurden auf den Innenhof gelassen.

Endlich drin im Bau!

Ich holte meine Startunterlagen ab, trank noch einen Kaffee, freute mich über das reichhaltige Essen (Kuchen, belegte Brötchen und dergleichen) und unterhielt mich mit einigen Läufern. Ich traf auf Italiener, Dänen, Österreicher und Schweden.

Für ein solch kleines Event ein sehr international besetzter Lauf.

Die Versorgung wurde gemeinschaftlich von Bediensteten und Insassen gewährleistet. Man erkannte die Bewohner an den einheitlich weinroten Sweatshirts. Es liefen auch einige Insassen mit.

In den vergangenen Jahren durften auch Häftlinge aus anderen JVA´s teilnehmen, aber in diesem Jahr wurde es ihnen nicht gestattet.

Pünktlich um 10.00 Uhr ging es dann los. Kein Startschuss natürlich.

Ich hatte gute Beine und beschloss spontan, einen schnelleren Marathon zu laufen. 24 Runden, gefühlt ohne einen einzigen Höhenmeter musste ich bei bestem Laufwetter hinter mich bringen. Dies fiel mir an diesem Tag besonders leicht, auch dank der lautstarken Unterstützung der Inhaftierten.

Die Runden waren kurzweilig, die Stimmung ausgelassen und die Mitläufer sehr angenehm.

Nach gut 03:42 h erreichte ich als 3. Frau das Ziel und durfte bei der anschließenden Siegerehrung einen schönen Pokal in Empfang nehmen.

Ich kann die Teilnahme an diesem etwas außergewöhnlichen Lauf wirklich sehr empfehlen.


(zum Vergrößern bitte auf das jeweilige Foto klicken.)

05.Apr.2020string(42) "?long_events=1&ajaxCalendar=1&mo=3&yr=2020"
Zurück

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn Sie diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen weiterhin verwenden oder auf "Akzeptieren" klicken, erklären Sie sich damit einverstanden.

Schließen